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Die Geschichte Prattelns von der Steinzeit bis Heute
3000-1800 v. Chr.
Die Jungsteinzeit: Auf Blözen lässt sich eine Freilandsiedlung grösseren Ausmasses nachweisen. Altertum Keltische, sogenannte hallstattzeitliche Grabhügel in der Hard. Römische Funde im Kästeli, im Rumpel und in der Stockmatt. Grundmauern von Gutshöfen. Frühmittelalter Grabfunde westlich und östlich des Dorfes. 1103 Pratteln erscheint erstmals mit dem Namen Brattelo als Dinghof des Klosters St. Alban in Basel. 1250 Die Kirche wird urkundlich als Kirche von Bratelle in einem Basler Dokument erstmals erwähnt. 1356 Burgen der Eptinger auf Madeln und im Dorf durch Erdbeben zerstört, das Weiherschloss im Dorf wird wieder aufgebaut. 1386 Am 9. Juli verliert der Prattler Dorfherr Ritter Thüring von Eptingen in der Schlacht bei Sempach seine Fahne und sein Leben. 1460 Hans Bernhard von Eptingen unternimmt eine Pilgerfahrt ins Heilige Land, wo er in der Nacht vom 3./4. Juli in der Grabeskapelle zum Ritter geschlagen wird. Er lässt zum Andenken an diese Pilgerfahrt im "Käppeli" ein Siechenhaus und eine Kapelle bauen. 1466 Hans Bernhard von Eptingen stiftet auf Neu-Schauenburg ein Bruderhaus des Benediktiner-Ordens; später Schwesternhaus der Beginen. 1468 Die aus dem Sundgauerzug zurückkehrenden Solothurner brandschatzen das Dorf, die Kirche und das Schloss. 1476 Am 4. September stellt der deutsche Kaiser Friedrich III. zuhanden von Ritter Bernhard ein Privileg aus, das eine immerwährende Steuerfreiheit und das Recht, jährlich vom 1.-3. Oktober einen Markt in Pratteln abzuhalten und zu diesem Zweck eine Fähre über den Rhein zu errichten, beinhaltet. 1484 Ritter Hans Bernhard von Eptingen, der Prattler Dorfherr, stirbt am 6.12. nachdem er das Schloss und die Kirche nach der Zerstörung von 1468 wieder aufgebaut hatte. Den Kirchenchor lässt er durch einen oberrheinischen Künstler der Spätgotik ausmalen. Ritter Hans Bernhard stiftet zusammen mit der Gemeinde Pratteln die Osanna-Glocke. 1521-1525 Pratteln wird eidgenössisch durch Verkauf des Eptingerbesitzes an die Stadt Basel. 1525 Die Prattler Bauern geben ihre Beschwerden während der Bauernunruhen ein. Sie verwüsten das Klösterlein Schauenburg. 1529 In Pratteln amtet bis 1536 als erster reformierter Pfarrer Jakobi Immeli. Baselaugst wird der Kirchgemeinde Pratteln zugeteilt. 1610 Pest im Dorf. 1628-1629 sterben 120 Pestkranke. 1633-1638 Während des Dreissigjährigen Krieges ziehen bayrische, spanische und italienische Truppen durch Prattelns Gefilde. 1708 Auf der Schauenburgerfluh (Hochwacht) werden Feuer- und Lärmzeichen aufgestellt. Prattler und Liestaler halten Wache. 1798 Einquartierung französischer Truppen in Pratteln. 1813/1814 Vom 21. Dezember bis 17. April sind 44mal durchziehende Soldaten im Dorf einquartiert: Kaiserlich-königliche Österreicher, Württemberger, Kürassiere, Husaren, Siebenbürger, Kosaken, Hessen, Darmstätter, österreichische Jäger, je 30 bis 400 Mann. 1831-1833 Die Basler brandschatzen am 3. August 1833 an der Hauptstrasse gegenüber dem Engel neun Häuser. Während der Trennungswirren werden 5 Prattler getötet. 1836 Am 30. Mai stösst der württembergische Oberbergrat Karl Christian Glenck in der Nähe des Roten Hauses auf Salz. 1837 Eröffnung der Saline Schweizerhalle am 7. Juni. Die Industie hält Einzug. 1854 Eröffnung der Centralbahnlinie Basel-Liestal. 1875 Eröffnung der Bözberglinie Basel-Brugg 1876 Am 1. Juni wird die Fähre Schweizerhalle-Wyhlen eröffnet, nachdem schon 1476 Hans Bernhard von Eptingen die Erlaubnis hatte, jährlich auf den St. Leodegarsabend (1. Oktober) und auf zwei darauffolgende Tage eine Fähre zum Besuch des Jahrmarktes über den Rhein einzurichten. 1880 Emil Stohler errichtet auf der St. Albanmatte einen Ziegelofen. Bau der Zichorienfabrik, heutiges Coop-Lagerhaus an der Zehntenstrasse. 1891 Die öffentliche Trinkwasserversorgung für die Gemeinde wird erstellt. 1900 Die Jahrhundertwende bringt die Wandlung vom Bauerndorf zum Industrieort. 1905 Man beginnt den Dorfbach einzudolen. 1922 Überlandbahn Muttenz-Pratteln, Tramverbindung mit der Stadt. 1934 Die römisch-katholische Kirchgemeinde weiht ihr neues Gotteshaus an der Muttenzerstrasse dem heiligen Antonius. 1938 Das Verwaltungsgebäude der Gemeinde wird bezogen. 1944 Die Gemeinde erwirbt das Joeringut mit der Verpflichtung, eine Parkanlage zu schaffen. 1961 Am 26. Juli konnte Pratteln seinen 10 000. Einwohner feiern, somit stieg unser Dorf in den Rang einer Stadt auf. Als 10 000-igster Einwohner wurde der am 26.7.1961 in Pratteln geborene Markus Rüegger, Sohn des Rüegger, Willi und der Maria, geborene Gstettner, whft. Schlosstrasse 10, gefeiert. 1961 Eröffnung des Friedhofes Blözen. Schwimmbad- und Sportanlage Sandgrube öffnen ihre Tore. 1965 Tagesheim/Kinderkrippe eröffnet. 1966 Naturreservat Talweiher wird der Öffentlichkeit übergeben. 1967 Renovation des Schlosses. Erweiterung des Verwaltungsgebäudes. 1968 Das Altersheim der Geschwister Elise und Albert Nägeli-Stiftung nimmt die ersten Gäste auf. 1972 Die Gemeindeversammlung wird durch den Einwohnerrat ersetzt. 1973 Am 6. Juni erhielt Pratteln Fünflinge! Im Kantonsspital Liestal schenkte Frau Bruna Domenica Steingrube-Palatini, whft. Wartenbergstrasse 40 B, zwei Knaben und drei Mädchen das Leben, Marco/Dirk/Claudia/Daniela/Tanja. Es entstand ein grosser Presserummel, einmal wurden sie die "Liestaler Fünflinge" und dann wieder die "Basler Fünflinge" genannt, von Pratteln war kaum die Rede. 1975 Umwandlung der Öffentlichen Bibliothek im Kirchengemeindehaus in die Gemeindebibliothek Pratteln. (Übernahme der Bücher des Gewerkschaftskartells und der beiden Kirchgemeinden) 1976 Renovation der Gemeindestube, nunmehr Parkrestaurant im Jöripark. 1977 Eröffnung eines Jugendtreffpunktes in der Schweighauserliegenschaft an der Gottesackerstrasse. 1980 Eröffnung des Robinsonspielplatzes "Lohag". Eröffnung des regionalen Alters- und Pflegeheimes Madle. 1986 Abschluss der Renovationsarbeiten an der 1853 am Schmiedeplatz erbauten "alten Schule". Im Dachgeschoss befindet sich das 1982 errichtete Dokumentenarchiv mit ca. 2500 Foto-Vergrösserungen alter Prattler Ansichten und Belegen aus dem Vereinsleben und dem Brauchtum. 1987 Abschluss der Neugestaltung des Schmiedeplatzes und Eröffnung des Bürgerhauses am Schmiedeplatz, das anstelle der "Zäller-Schüre", die vorbildlich durch die Bürgergemeinde renoviert wurde, entstanden ist. Im Bürgerhaus befindet sich auch das Ortsmuseum, wo historische und volkskundliche Dokumente zur Geschichte Prattelns präsentiert werden. 1988 Das Kultur- und Sportzentrum beim Schloss wird den Kultur- und Sport-Vereinen zur Benützung übergeben. 1990 Die IGOP freut sich über ihre neue mobile Bühne; sie wurde finanziert vom Reingewinn des Einweihungsfestes Kultur- und Sportzentrum. 1992 Die aus dem Nachlass des Prattler Dorfpfarrers Kurt Alder stammenden Überreste der selbstgebauten elektrischen Spur-0-Eisenbahn mit Oberleitung werden von Eisenbahn-Freaks im Museum im Bürgerhaus restauriert, als Anlage neu aufgebaut und wieder in Betrieb gesetzt. Die Alder-Bahn ist heute die Attraktion des Museums. 1997 Das vierte Prattler Dorffest findet statt. Der Reinerlös ist für die Renovation der alten Dorfturnhalle bestimmt. 1998 Nach 36 Jahren wird die Ochsen-Baulücke durch Neubauten, die sich harmonisch in den alten Baubestand der Hauptstrasse integrieren, geschlossen. 2003 Pratteln feiert "900 Joor Prattele" mit einem dreitägigen Dorffest. 2007 Am 14. April wird die sanierte "alte Dorfturnhalle" im Dorfkern mit einem kleinen Fest feierlich eingeweiht. 2008 175 Jahre Kanton Basel-Landschaft: In Pratteln gedenkt man der Ereignisse im Jahre 1833 mit einer Ausstellung "Die erkämpfte Freiheit" im Bürgermuseum und dem Theater-Freilichtspiel "Der 3. August" vor der alten Wacht und dem Restaurant Engel. Festzeitung 900 Joor Prattele.pdf (441.7 kB) |
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