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Schloss Pratteln

AdresseOberemattstrasse 11
4133 Pratteln

Schloss Pratteln


Beschreibung
In der Umgebung von Basel entstanden im Verlaufe des Mittelalters zahlreiche Burgen, die einem stolzen, nach Unabhängigkeit strebenden Adel als Behausung dienten. Die meisten dieser Anlagen sind heute zerfallen, und die wenigen Burgen, die sich bis in unser Jahrhundert erhalten haben und noch bewohnbar sind, mussten seit dem Ausgang des Mittelalters verschiedene bauliche Veränderungen über sich ergehen lassen, die ihr ursprüngliches Äusseres stark umgestalteten. Dies gilt auch für das Schloss Pratteln.

Einst ausserhalb des gleichnamigen Dorfes inmitten einer lieblichen Gartenlandschaft gelegen, umgeben von einem Weiher und von idyllischen Oekonomiegebäuden, erhebt sich das Schloss heute in einem durch moderne Bauten verunstalteten Quartier. Der Weiher ist verschwunden, an der Stelle der einstigen Obstgärten liegt heute eine Strassenkreuzung, umsäumt von Gebäuden neueren Datums, die das Gesicht des Industriedorfes Pratteln prägen.

Sorgfältige Restaurierungsarbeiten, durchgeführt in den Jahren 1964 - 1967, haben zwar das Gebäude aus seinem verlotterten Zustand gerettet und zu einem prachtvollen Baudenkmal gemacht, doch vermochten auch sie den unvergleichlichen Zauber der einstigen landschaftlichen Umgebung nicht wieder zu beleben.

Wer das Schloss heute betrachtet oder wer alte Abbildungen aus dem 17. und 18. Jahrhundert zu Rate zieht, erkennt einen spätmittelalterlichen Gebäudekomplex mit neckischen Erkern und einer turmbewehrten Ringmauer, mit einem vorgelagerten Torbau und einem eckigen Treppenturm. Nur wenige Bauelemente erinnern an den einstigen Wehrcharakter der Anlage, ein paar Schiessscharten, die Spuren einer Zugbrücke am Tor, die freilich nur niedere Ringmauer mit ihren Ecktürmchen.

Das Schloss erweckt eher den Eindruck eines ländlichen Wohnsitzes für eine vornehme Familie als einer befestigten Burganlage für kriegerischen Gebrauch. Allerdings darf nicht übersehen werden, dass das Schloss Pratteln im 16. und 17. Jahrhundert baulich stark umgestaltet worden ist und dadurch viel von seinem ursprünglichen wehrhaften Charakter eingebüsst hat.

Im Spätmittelalter ist das Weiherschloss Pratteln mehrmals umkämpft worden und hat verschiedene Belagerungen und Zerstörungen erlebt. Soweit aus der spärlichen schriftlichen Überlieferung ersichtlich ist, teilten sich ursprünglich mehrere Klöster in die Besitzrechte über das Dorf Pratteln. Im Verlaufe des 13. Jahrhunderts glückte es den Herren von Eptingen, einem weit verzweigten Rittergeschlecht aus dem Jura, die Herrschaft über Pratteln an sich zu bringen. Um ihre vielleicht nicht ganz unbestrittenen Ansprüche besser verteidigen zu können, unterwarfen sie sich der Lehnshoheit Habsburgs. Die Herren von Eptingen hausten auf der Burg Madeln, die sie auf einem Berg über Pratteln errichtet hatten, die Herrschaft über das Dorf übten sie mit Hilfe eines Meiers aus, der eine kleine Wasserburg am Dorfrand bewohnte. Diese ursprüngliche Anlage - sie ist wohl im 13. Jahrhundert entstanden - bildet den Kern des heutigen Schlosses. Im Erdbeben von Basel, das im Jahre 1356 nicht nur die Stadt Basel verwüstete, sondern auch zahlreiche Burgen in der Umgebung der Rheinstadt zerstörte, zerfiel auch die Eptingerburg Madeln. Ihre Besitzer bauten die Anlage nicht wieder auf, sondern zogen es vor, ihre Behausung ins Dorf zu verlegen. Sie bauten die kleine Wasserburg aus und machten sie zu ihrem festen Wohnsitz. Im Bestreben, in Pratteln eine möglichst unabhängige Herrschaft aufzurichten, gerieten die Herren von Eptingen immer wieder in Konflikt mit Nachbarn und mit den Inhabern der Landeshoheit. 1384 vrbrannten die Basler das Schloss Pratteln während einer Fehde mit dem österreichisch gesinnten Adel der Umgebung, zu dem auch die Herren von Eptingen gehörten.

Nachdem die Stadt Basel im Jahre 1400 verschiedene Ländereien im heutigen Oberbaselbiet an sich gebracht hatte, trachtete sie danach, auch Pratteln zu erwerben, um so eine direkte Verbindungslinie ins Ergolztal in die Hand zu bekommen. Lange Zeit bot sich aber keine Gelegenheit, denn die Herren von Eptingen, die zu Pratteln sassen, bekundeten keinerlei Absicht, ihren Besitz zu veräussern. Im Gegenteil, es gelang ihnen, nach und nach für ihre Dorfherrschaft eine immer grössere Selbständigkeit durchzusetzen. Freilich blieben auch sie von der spätmittelalterlichen Wirtschaftskrise des Adels nicht verschont und sahen sich nach 1450 immer mehr finanziellen Schwierigkeiten gegenüber. Basel, das geduldig gewartet hatte und schon glaubte, nun zugreifen zu könnn, sah seine Pläne jedoch von Solothurn durchkreuzt. Die kleine Aarestadt betrieb in jenen Jahren eine überaus energische Territorialpolitik und schickte sich um 1470 an, auch in Pratteln Fuss zu fassen. Mit Mühe konnten die Basler die Solothurner Expansionsgelüste abwehren. Die Erwerbung des Dorfes Pratteln glückte ihnen jedoch erst im Jahre 1521. Nun gliederte die Rheinstadt das Dorf als Untertanengebiet in das Amt Münchenstein ein, das Schloss verkaufte sie als Privatbesitz an reiche Basler Bürger, die es in der Folgezeit als Landsitz benützten.

Heute steht das restaurierte Schloss dem Publikum zur Besichtigung offen.

Für eine Schlossführung melden Sie sich bitte bei:

Häring Peter
Grossmattstr. 38
4133 Pratteln BL
Telefon: 061 821 41 45

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