Pratteln budgetiert für das Jahr 2027 einen Verlust von CHF 1.2 Mio.

23. Oktober 2026

Die finanzielle Situation der Gemeinde bleibt angespannt. Die Kosten steigen vor allem in Bereichen, auf welche die Gemeinde wenig Einfluss hat. Deshalb muss sie dort sparen, wo sie selbst Entscheidungen treffen kann. Trotz steigender Steuereinnahmen reichen diese Einsparungen nicht aus, um ein ausgeglichenes Budget zu erreichen.

Der Gemeinderat budgetiert für das kommende Jahr einen Verlust von CHF 1.2 Mio. Dies als Differenz aus dem prognostizierten Ertrag von CHF 95.6 Mio. und den budgetierten Ausgaben von CHF 96.8 Mio. Im Vergleich zu den Vorjahren ist ein erfreulicher Anstieg des Ertrags zu verzeichnen. Da jedoch auch der Aufwand steigt, bleibt unter dem Strich ein Verlust stehen.

Der Anstieg der Erträge kann vor allem auf höhere Steuereinnahmen zurückgeführt werden, sowohl von juristischen als auch von natürlichen Personen.

Die steigenden Steuererträge führen jedoch zu einer höheren Zahlung in den Finanzausgleich. Zusammen mit stetig wachsenden Kosten im Bereich Gesundheit & Alter, dringenden Unterhaltsarbeiten an Strassen und Planungskosten für die Entwicklung von neuen Quartieren, steigt auch der Aufwand. Um dem kontinuierlichen Kostendruck entgegenzuwirken, haben Gemeinderat und Verwaltung erhebliche Anstrengungen unternommen, um das Budget in den beeinflussbaren Bereichen auf das Wesentliche zu beschränken. So konnte der Anstieg im Sach- und Betriebsaufwand gegenüber dem Vorjahr sogar leicht gesenkt werden. Diese Einsparungen reichen jedoch nicht aus, um die steigenden Kosten in Bereichen auszugleichen, auf welche die Gemeinde wenig Einfluss hat.

Das Investitionsprogramm weist mit Nettoinvestitionen von CHF 27 Mio. einen erheblichen Liquiditätsbedarf für das kommende Jahr aus. Die grössten Ausgaben fallen für die Fertigstellung des Neubaus des Gemeindezentrums mit Bibliothek, für die erste Etappe der Sanierung des Schulhauses Münchacker und für einen neuen Kindergarten auf der ehemaligen Parzelle der Fita an der St. Jakobstrasse an. Die Infrastrukturbauten können mit den vorhandenen liquiden Mitteln nicht realisiert werden. Dafür muss die Gemeinde weitere Kredite aufnehmen, was zu Kosten in Form von Zinsen führt.

Während die Spezialfinanzierung Wasserversorgung ausgeglichen budgetiert werden kann, wird bei der Abwasserbeseitigung mit einem Verlust gerechnet. Auch beim Multimedianetz ist ein Verlust zu erwarten. Die Abfallbewirtschaftung hingegen ist mit einem kleinen Gewinn budgetiert. Aufgrund der komfortablen Eigenkapitalstände bei diesen drei Spezialfinanzierungen beantragt der Gemeinderat dem Einwohnerrat, die Rabatte von 30% auf den Abwassergebühren und 20% auf den Wasserbezugsgebühren weiterhin zu gewähren. Auch der seit Jahren bestehende Rabatt für das Multimedianetz von 10% soll bestehen bleiben.