Invasive Pflanzen und Schädlinge
Invasive Pflanzen und eingeschleppte Schädlinge können einheimische Arten verdrängen, Lebensräume beeinträchtigen und Schäden an Natur, Infrastruktur oder Gesundheit verursachen. Die Gemeinde Pratteln bekämpft problematische Arten gezielt und ist dabei auch auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen.
Wer eine invasive Pflanze im Garten erkennt oder eine Tigermücke meldet, leistet einen konkreten Beitrag zum Schutz der heimischen Natur. Deshalb informiert Pratteln über die wichtigsten Problemarten – damit möglichst viele Augen hinschauen und möglichst viele Hände anpacken.
Auf dieser Seite:
Invasive Neophyten
Invasive Neophyten sind gebietsfremde Pflanzen, die sich unkontrolliert ausbreiten und einheimische Arten verdrängen können. Dadurch geraten natürliche Lebensräume unter Druck und sie gefährden die Biodiversität. Einige Arten können zudem ökologische, wirtschaftliche und gesundheitliche Schäden verursachen.
Auch in Pratteln breiten sich invasive Neophyten an verschiedenen Standorten aus. Die Gemeinde bekämpft diese Pflanzen gezielt und setzt dabei auf die Unterstützung der Bevölkerung. Wer invasive Pflanzen im eigenen Garten erkennt und entfernt, leistet einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt.
Bitte halten Sie auch in Ihrem Garten die Augen offen und bekämpfen Sie invasive Neophyten nach Möglichkeit frühzeitig. Besonders wichtig ist, dass sich die Pflanzen nicht weiter versamen und dass Schnittgut, Wurzeln und Samenstände korrekt entsorgt werden.
Drei invasive Neophyten im Fokus
Sommerflieder
Der Sommerflieder stammt ursprünglich aus Asien und breitet sich zunehmend in der Schweiz und in weiten Teilen Europas aus. Als Zierpflanze ist er beliebt, weil er Schmetterlinge anzieht. Gleichzeitig verdrängt er jedoch einheimische Pflanzenarten und kann empfindliche Lebensräume verändern.
Eine einzelne Pflanze kann sehr viele Samen bilden, die durch den Wind weit verbreitet werden. Schon kleine Lebensräume wie Strassenfugen, Kiesplätze oder Mauerritzen reichen aus, damit sich der Sommerflieder ansiedelt. Im Strassen- und Mauerbau können dadurch Schäden entstehen.
Bekämpfungsmöglichkeiten:
- Pflanzen mitsamt den Wurzeln ausreissen oder ausgraben.
- Blütenstände vor der Samenreife abschneiden und entsorgen, damit sich die Pflanze nicht weiter ausbreitet.
Japanischer Staudenknöterich
Der Japanische Staudenknöterich stammt ursprünglich aus Ostasien und wurde im 19. Jahrhundert als Zier- und Nutzpflanze eingeführt. Heute gilt er als besonders problematisch: Er wächst schnell, bildet dichte Bestände und verdrängt einheimische Arten.
Sein starkes Wurzelwerk kann zudem Schäden an Uferbefestigungen, Strassen und Gebäuden verursachen. Schon kleine Wurzelstücke können wieder austreiben. Deshalb ist bei der Bekämpfung besondere Sorgfalt nötig.
Bekämpfungsmöglichkeiten
- Kleine Bestände mitsamt den Wurzeln ausstechen.
- Grössere Bestände durch regelmässiges Schneiden oder Beweiden eindämmen.
- Schnittgut über die Kehrichtverbrennung entsorgen.
- Wo sinnvoll, Bestände mit professioneller Baubegleitung vollständig ausbaggern.
- Alternative Methoden nur in Absprache mit der kantonalen Fachstelle anwenden.
Kirschlorbeer
Der Kirschlorbeer ist ein immergrüner Zierstrauch aus dem Kaukasus. Er wird häufig als Heckenpflanze eingesetzt, weil er dicht wächst und Sichtschutz bietet. Gleichzeitig breitet er sich über seine Beeren auch ausserhalb von Gärten aus – insbesondere in Wäldern und an Waldrändern.
Die Beeren werden von Vögeln verbreitet. Dadurch kann der Kirschlorbeer einheimische Pflanzen verdrängen. Zudem sind alle Pflanzenteile aufgrund der enthaltenen Blausäure giftig.
Als Ersatz empfiehlt sich beispielsweise der Portugiesische Kirschlorbeer, botanisch Prunus lusitanica. Noch wertvoller für die Biodiversität sind einheimische Alternativen wie Liguster, Hainbuche, Kornelkirsche, Weissdorn oder Wildrosen.
Bekämpfungsmöglichkeiten
- Pflanzen mitsamt den Wurzeln ausreissen oder ausgraben.
- Beeren vor der Samenreife abschneiden und entsorgen, damit sie nicht durch Vögel verbreitet werden.
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Weitere Hinweise zu invasiven Arten und den Umgang mit ihnen finden Sie in dieser Broschüre. Sie liegt in der Gemeindeverwaltung auf und ist als Download verfügbar: «Fremde Pflanzen in heimischen Gärten». |
Was die Gemeinde Pratteln tut
Die Gemeinde Pratteln geht das Problem systematisch an. Grundlage dafür ist das vom Gemeinderat verabschiedete Neophytenkonzept. Es beschreibt, wie invasive Arten eingedämmt und bekämpft werden und setzt Schwerpunkte je nach Flächentyp. In besonders sensiblen Bereichen wie Naturschutzgebieten und naturnahen Uferzonen gilt eine Null-Toleranz-Strategie. In Industriegebieten steht vor allem im Vordergrund, die Ausbreitung auf angrenzende Flächen zu verhindern.
So leistet die Gemeinde einen aktiven Beitrag zum Schutz der einheimischen Natur und zur Erhaltung der biologischen Vielfalt.
Zum Neophytenkonzept der Gemeinde Pratteln
Der Asiatischen Tigermücke vorbeugen
Die Asiatische Tigermücke ist eine aus Südostasien eingeschleppte Stechmückenart. Im Gegensatz zu vielen heimischen Mücken ist sie tagsüber aktiv und sticht sehr häufig. Das macht sie besonders lästig. Die Mücke kann verschiedene Krankheiten übertragen. In der Schweiz ist das Risiko aktuell noch gering, aber die Mücke breitet sich weiter aus.
Die wichtigste Massnahme ist, Brutstätten zu vermeiden. Die Asiatische Tigermücke legt ihre Eier in kleine Wasseransammlungen. Schon wenig stehendes Wasser kann genügen.
So vermeiden Sie Brutstätten
- Entfernen Sie unnötige Wasseransammlungen
- Leeren Sie Pflanzenuntersetzer mindestens einmal pro Woche oder füllen Sie diese mit Sand
- Lagern Sie leere Behälter (Giesskannen, Eimer, Spielzeug usw.) unter einem Dach oder drehen Sie diese um, damit sich kein Regenwasser ansammeln kann
- Dichten Sie Regenwasserbehälter mit einem feinmaschigen Mückennetz (Maschenweite 1,5 mm oder kleiner) und Gummiband ab
- Vogelbäder und Tränkebecken für Tiere können Sie problemlos beibehalten. Sie sollten diese aber mindestens wöchentlich entleeren und neu auffüllen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Kantons Basel-Landschaft:
Nebiota – invasive LebewesenExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
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