Naturschutzkonzepte
Pratteln stützt seinen Naturschutz auf ein Set aufeinander abgestimmter Konzepte und Instrumente, die von der Landschaftsentwicklung über ökologische Baupflichten bis zur Bekämpfung invasiver Pflanzen reichen. Diese Seite gibt einen Überblick.
Hinter jedem dieser Instrumente steht dieselbe Überzeugung: Natur und Siedlung schliessen sich nicht aus. Sie lassen sich verbinden – wenn Planung, Recht und Engagement zusammenwirken. Pratteln zeigt, wie das aussieht.
Auf dieser Seite:
Das Landschaftsentwicklungskonzept
Das Landschaftsentwicklungskonzept (LEK) ist das strategische Rückgrat des Prattler Naturschutzes. Es wurde vor rund zehn Jahren erarbeitet und wird 2026 vollständig überprüft und aktualisiert. Als behördenverbindliches Dokument legt es fest, wie sich die Landschaft in Pratteln mittel- und langfristig entwickeln soll – mit konkreten Zielen, messbaren Massnahmen und klaren Verantwortlichkeiten.
Das LEK verfolgt sechs zentrale Ziele:
- Arten- und Biotopvielfalt aktiv fördern
- Wertvolle Lebensräume in ihrem spezifischen Charakter erhalten
- Lebensräume miteinander vernetzen
- Das Landschaftsbild in ausgewählten Gebieten aufwerten
- Wald und Offenland als attraktive Erholungsgebiete entwickeln – ohne ökologisch sensible Bereiche zu gefährden
- Lebensqualität für Wohnen und Arbeiten steigern
Das LEK erfüllt dabei eine doppelte Funktion: Es dient einerseits als Leitfaden für eine nachhaltige Nutzung und Gestaltung der Landschaft. Andererseits ist es ein zentrales Steuerungsinstrument für den ökologischen Ausgleich im Siedlungsraum. Ökologische, soziale und gestalterische Aspekte werden gleichermassen berücksichtigt – mit dem Ziel, Pratteln als lebenswerte Gemeinde für heutige und künftige Generationen zu stärken.
Zum Download: Landschaftsentwicklungskonzept der Gemeinde Pratteln
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Das Grünstadt-Label wird von der Vereinigung Schweizerischer Stadtgärtnereien (VSSG) vergeben und zeichnet Gemeinden aus, die sich mit konsequentem Einsatz für mehr Artenvielfalt und naturnahe Grünräume engagieren. Es ist kein Selbstzweck, sondern Beleg einer nachhaltigen, ganzheitlichen Gemeindepolitik. |
Der Gemeinderat Pratteln hat den Erwerb des Labels beschlossen. Die Zertifizierung macht nach aussen sichtbar, was hinter den Kulissen geleistet wird: naturnahe Pflege durch den Werkhof, ökologische Auflagen bei Bauprojekten, Dachbegrünungen, der Einsatz von Wildstauden und einheimischen Gehölzen. Ein lebendiges, grünes Pratteln ist kein Zufall – es ist das Ergebnis bewusster Entscheidungen.
Wer in Pratteln baut, trägt auch ökologische Verantwortung. Das Schweizer Recht verlangt, dass Bauten und Aussenräume nicht nur ins Ortsbild passen, sondern auch einen Beitrag zur ökologischen Aufwertung des Siedlungsraums leisten. Der ökologische Ausgleich ist das Instrument, mit dem negative Umweltauswirkungen von Bauvorhaben kompensiert werden.
Konkret bedeutet das: Wer Fläche beansprucht, muss im Gegenzug neue Biotope schaffen, bestehende Grünflächen aufwerten oder spezifische Lebensräume anlegen – etwa Ruderalflächen, Wasserflächen oder Trockenmauern. Letztere sind besonders wertvoll: Alte Steinstrukturen bieten Eidechsen, Wildbienen und zahlreichen anderen Tierarten Unterschlupf und Wärme.
Grundsatz: Je grösser ein Bauvorhaben und je mehr Fläche beansprucht wird, desto umfassender muss der ökologische Ausgleich ausfallen.
In der Praxis zeigt sich dieser Ansatz besonders deutlich in den neuen Quartierplänen in Pratteln Mitte, wo der ökologische Ausgleich verbindlich in die Planungsbestimmungen aufgenommen wurde. Damit verbindet Pratteln Baukultur, Lebensqualität und ökologische Verantwortung zu einem stimmigen Ganzen – und zeigt, wie nachhaltige Entwicklung im Siedlungsraum gelingen kann.
Nicht alle Pflanzen, die in Pratteln wachsen, gehören hierher. Neophyten sind gebietsfremde Pflanzenarten, die nach 1492 durch menschliche Aktivitäten eingeschleppt wurden. Einige von ihnen breiten sich aggressiv aus, verdrängen einheimische Arten und beeinträchtigen wertvolle Lebensräume.
Das Neophytenkonzept der Gemeinde Pratteln regelt den Umgang mit diesen invasiven Arten systematisch. Es sieht vier Stufen vor und richtet die Massnahmen nach der Priorität und Empfindlichkeit der jeweiligen Fläche aus – vom strikten Verbot bis zur pragmatischen Bestandeskontrolle:
| Fläche/Zone | Massnahme und Toleranz |
|---|---|
| Naturschutzgebiete & naturnahe Gewässer | Null-Toleranz. Neophyten werden konsequent und vollständig bekämpft. |
| Landwirtschaftsflächen & Grünräume | Aktive Bekämpfung und gezielte Rückdrängung. Ausbreitung wird verhindert. |
| Siedlungsgebiet & öffentliche Flächen | Eindämmung und Kontrolle. Schwerpunkt auf der Verhinderung weiterer Ausbreitung. |
| Industriegebiete | Ausbreitung auf Nebenflächen verhindern. Bestandeskontrolle und Beobachtung. |
Dieser abgestufte Ansatz erlaubt einen effizienten Ressourceneinsatz: Wo der ökologische Schaden am grössten wäre, wird am konsequentesten gehandelt. In weniger sensiblen Bereichen steht die Eindämmung und Beobachtung im Vordergrund.
Das Konzept ist Teil eines koordinierten regionalen Vorgehens. Neophyten machen an Gemeindegrenzen nicht halt – deshalb braucht ihre Bekämpfung auch überregionale Zusammenarbeit und eine klare, gemeinsame Strategie.
Zum Download: Neophytenkonzept
Kontakt
Gartenstrasse 13
4133 Pratteln
Tel. 061 825 23 11
Fax 061 825 23 21
bau@pratteln.ch
Classen Martin
Gartenstrasse 13
Postfach
4133 Pratteln
Tel. 061 825 23 17
martin.classen@pratteln.ch
| Datum | Name | Download |
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| Name Vorname | Funktion | Telefon | Kontakt |
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| Name | Telefon | Kontakt |
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| Abteilung Bau, Verkehr und Umwelt | 061 825 23 11 | bau@pratteln.ch |